Meine Erfahrungen mit einem sensiblen Hund

Suki ist ein unglaublich sensibler Hund.  Was bedeutet aber Sensibilität ? Im Lexikon steht folgendes

Das Adjektiv sensibel bedeutet „empfindlich”, „verletzlich”, „verwundbar” oder „empfindsam”.

Das Wort sensibel oder die Sensibilität wird meist als Ausdruck von Empfindlichkeit auf geistiger oder emotionaler Ebene verwendet.

 

Suki reagiert sofort auf kleinste Schwankungen, sei es auf Änderungen der Stimmung oder auch Änderungen in ihrer Routine.

Diskutieren wir lautstark beim Gassi gehen , geht sie keinen Schritt weiter und wartet bis wir wieder freundlich reden, bin ich schlecht gelaunt macht sie gar nichts und ist sichtlich gestresst. Bin ich glücklich ist sie es auch, sie ist sehr unkompliziert eigentlich.

Ebenso schnell schlägt ihr das auf den Magen, wir waren letztens Familie besuchen, Suki freut sich da immer riesig. Nun dann war es ein wenig unruhig, weil die Hälfte einen Ausflug machen wollte und es darum ging wer mitgeht wer mit will und wer nicht.

Kaum waren die meisten dann weg und es wurde ruhig, fing Suki an  züngeln und steigerte sich unglaublich darein, ein Jahr war das hier ja super schlimm, seit Jussi hier wohnt hat sie das Verhalten abgelegt.IMG_2059

Nun da schien das alles zu viel zu werden, aber nach einigen Jahren lernt man damit umzugehen. Ich muss es ihr zum einen konsequent, aber nicht wütend verbieten, sonst steigert sie sich komplett hinein und dann gibt es immer Kaffeesahne mit Iberogast, hilft gegen Magenbeschwerden. Das Züngeln ist nämlich eigentlich ein Signal für Bauchschmerzen und bei Suki ist es nicht ganz einfach zu sagen, ob es Sodbrennen oder ein Zwangsverhalten ist, deswegen haben wir unsere eigene Abmachung ich gebe ihr ihre Mittel und danach ist Ruhe, das wirkt Wunder. Jedoch sind Hütehunde sehr oft anfällig für solche Ticks. 😉 IMG_2177

Was habe ich in den letzten Jahren im Umgang mit einem sensiblen Hund gelernt ?

1. Strenge bringt nichts, umso härter ich werde umso unwohler fühlt sie sich.

2. Konsequenz bringt viel, sie braucht klare Strukturen. Ich sage immer , Suki musst du ihren Weg zeigen und sie von allen Seiten absichern, Jussi lässt du laufen und zeigst die Grenze am Ende.

3. Versuche sie nicht dazu zu bringen Entscheidungen sofort alleine treffen zu lassen, stärke sie jedoch in ihrer Eigenständigkeit. Was soll das heißen ? Suki kann sich zum Beispiel nicht ohne Hilfestellung Tricks erarbeiten, das demotiviert sie.  Da ist sie sehr unsicher, jedoch ist es wunderbar mit ihr etwas zu erarbeiten. Ich setze mich also nicht mit dem Clicker vor sie und lasse sie probieren , sondern gebe ihr Hilfestellung. Das stärkt sie extrem, sie macht das unglaublich glücklich und sie traut sich immer mehr von alleine.IMG_2153

4. Erfolgserlebnisse sind super wichtig, lieber machen wir etwas leichtes was sie kann und beenden es mit einem guten Gefühl als demotiviert zu sein.

5. Wir überfinden eigene Grenzen, es gibt Situationen die Suki sehr blöd findet und stressig findet, aber ich bringe sie bewusst in solche Situationen, behutsam und gut gelaunt. Übersteht sie diese strahlt sie im ganzen Gesicht und geht beim nächsten Mal souveräner in solche Situationen.IMG_2184

6. Ist man schlecht drauf, sollte man die Laune nie am Hund auslassen, was mir leider sehr schwer fällt. Ich darf Suki nie zu etwas strengen und mit Druck arbeiten. Habe ich schlechte Laune reicht ein stilles Gassi gehen, Training lasse ich dann lieber.

Und ganz wichtig einfach nicht zu viele Gedanken machen, die eigene Routine finden, sich nicht zu stark beeinflussen lassen von anderen.IMG_2031

Ich wollte Suki immer in eine Form zu zwängen, das ging schief, seitdem ich Jussi habe und mich vor allem auf Ihn beim GASSI konzentrien muss , ist Suki selbstsicherer  , weil ich deutlicher und klarer bin und meine Stimmungen weniger auf sie übertrage. Wichtig zu sagen sei noch dass dies einfach Sukis Charakter ist, sie ist vom Charakter her einfach sensibel . Das wird sich auch nie wirklich verändern , jedoch schätze ich diese Eigenschaft an ihr. Suki ist nämlich der unkompliziertste Hund den ich kenne !DSC_0672

Was mich jetzt interessiert, wie sind eure Erfahrungen mit sensiblen Hunden?

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4 Kommentare zu „Meine Erfahrungen mit einem sensiblen Hund

  1. Ein sehr interessanter Beitrag, in dem ich ganz viel Socke wiederfinde.
    Ich habe mit Socke auch einen sensiblen Hund. Ich habe sie immer für sehr stark und souverän gehalten, aber ihre Erkrankungen zeigen mir etwas anderes. Zudem ergab sich im Rahmen der Tierkommunikation, dass Socke sehr stark auf uns reagiert. Auch sie ist schnell gestresst, wenn wir hektisch sind oder diskutieren.

    Nun gibt es bei uns auch ganz viel Ruhe, viel Routine und Organisation, es gibt die Leine, die Socke viel Sicherheit gibt und es gibt Gassigänge, auf denen ich mich um Socke kümmere. Socke leidet nämlich sehr, wenn sie nicht beachtet wird. Da geht durchaus ab und an mal, aber die Gassirunden dienen dem Training, dem Spiel und der Konzentration auf Socke. Ja, das ist oft anstrengend, aber ich tue es gerne. Denn nichts ist schlimmer, als durch falsche Verhaltensweise Socke zu stressen und ihren Magenproblemen Vorschub zu leisten.

    Dein Beitrag hat mir gut gefallen und ich überlege, ob ich ihn einmal aufgreife und insofern über Socke berichte. Wenn Du nichts dagegen hats, dann verlinke ich Deinen Beitrag.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    Gefällt mir

    1. Gerne, ich freue mich immer sehr über andere Erfahrungsberichte ! Da kann ich meistens auch etwas für mich mnitnehmen.
      Bei Suki habe ich noch nicht immer die goldene Mitte gefunden zwischen Beachtung und nicht Beachtung, ich glaube sie braucht vor allem indirekte Nähe. Im Mittelpunkt stehen gefällt ihr nämlich auch nicht wirklich, das stresst sie sehr.
      Vielen Dank für deinen Kommentar

      LG Lily

      Gefällt mir

  2. Hallo liebe Lily,
    also zuallererstmal: wie unfassbar hübsch sie ist…das geht von sensiblen Hunden ja oft meist AUCH aus, diese ganz spezielle Aura.
    Wir haben hier (leider) auch Erfahrung mit sensiblen Hunden. Mein Flynn fiel auch unter diese Sparte und ich kann ihn in deinen Worten sehr gut wiederfinden. Man hat so seine ganz speziellen Mittelchen für den Magen hier um ihm den Streß, den der Alltag mitbrachte, so leichter und weniger schmerzhaft zu machen.
    Es ist eine Gradwanderung, denn man muss so unfassbar auf sich selbst fokussiert sein, um nicht alles mögliche zu übertragen.
    Aber dafür geben sensible Hunde so viel zurück, wie es nur diese ganz speziellen Hunde tun können.
    Ihr seid ein tolles Dreier-Team ❤ !
    LG von uns hier
    Danni

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    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar.
      Ich finde schon deine ersten Sätze unglaublich spannend ! Suki sticht selten Leuten durch/über Bilder ins Auge.
      Anders im realen Leben kennt man sie näher berührt sie die Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise, die sich so schwer beschreiben lässt. Deswegen finde ich deine Worte so interessant!

      Auch den Rest kann ich nur unterschreiben, man steht oft zwischen sich und dem Hund. Aber gerade das macht sie aus.
      Suki ist für ganz und gar was besonderes. Und mittlerweile haben wir unsere Art damit umzugehen und den Alltag so schön wie möglich zu gestalten, auch wenn das nicht immer nur einfach ist.

      Vielen Dank und liebe Grüße
      Lily

      Gefällt 1 Person

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